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Jetzt, nachdem unsere Move Dance Isla Kollektion rausgekommen ist, möchten wir ein paar Einblicke aus dem Kollektions-Shooting mit Bethany Kingsley, Primaballerina des schottischen Balletts, und dem Fotografen Drew Forsyth mit euch teilen.

 

Drew hat uns einen Tagesüberblick zusammengestellt und zeigt uns, wie er so ein Shooting vorbereitet, was er währenddessen macht und welche Aufgaben im Nachhinein auf einen warten! Also echte Einblicke in die Welt eines Fotografen!

 

Auf geht’s… ab hier übernimmt Drew!

 

 

Heute wird mir das Glück zuteil, die Prozesse mit euch zu teilen, die im Hintergrund des Move Dance Kampagnen-Shootings mit Primaballerina Bethany Kingsley abliefen. Ich nehme euch durch die drei Hauptaufgaben eines solchen Shootings mit: Pre-Production, Shoot-Day und Post-Production sowie das Editing.  

 

Vielen Dank an Move Dance für die fantastische Gelegenheit, an dieser Sache arbeiten zu dürfen! Weiterer Dank gilt meinem Team an dem Tag sowie dem schottischen Ballett.

 

Also, los gehts!

 

PRE-PRODUCTION

 

Eine Kampagne dieses Kalibers bedeutet eine Menge an Vorarbeit. Ein Job wie dieser kommt in der Regel mit viel Druck, da du meist nur wenig Zeit mit dem Model hast, dich aber durch viele Shots arbeiten musst!

 

Eine Auswahl an Bildern, die wir als Inspiration für das Shooting genutzt haben.

 

Das Konzept hinter dem Shooting war “A Day in the Life” und wie Bethany ihrem normalen Alltag als professionelle Primaballerina nachgeht. Dafür haben wir z.B. auch an der Straßenbahnstation außerhalb Glasgows Innenstadt, in der Nähe des schottischen Balletts, geshootet. 

 

Der Hauptfokus lag bei Fotos im Rehearsal-Style, die im Hauptstudio geschossen wurden sowie ergänzenden Aufnahmen um das Hauptgebäude herum.

 

Wie schon oben erwähnt, ist der Faktor Zeit dein kostbarstes Gut, wenn du mit VIPs zusammenarbeitest. Wenn du also die Shooting-Zeit planst, müssen auch lange Wege um große Gebäude mit einem Team und Ausrüstung im Schlepptau berücksichtigt werden, da du zwischen jedem neuen Setup Zeit verlierst. Auf einmal benötigt ein Look 45 Minuten, anstelle der normalen 15 Minuten.

 

Ich persönlich hasse es, wenn ich am Set über die Zeit gerate, manchmal kann es aber nicht verhindert werden. Deswegen lege ich die wichtigsten Aufnahmen immer an den Anfang des Tages (wenn möglich!). Aus diesem Grund haben wir morgens in dem Hauptstudio begonnen, um ausdrucksstarke, klare Fotos jedes Tanztrikots zu bekommen. Der Reihe nach haben wir in sechs verschiedenen Studios geshootet. Wenn am Nachmittag also einfach alles fürchterlich schief gelaufen wäre, hätten wir trotzdem alles Wichtige bis zum Mittag aufgenommen. Die Idee war, am Nachmittag mehr lifestyle-artige Fotos aufzunehmen - in denselben Outfits, aber außerhalb des Gebäudes, im Gym, usw.    

 

Wir kamen schon in der Nacht vorher an (ich und meine Assistentin Madeleine), um das Gebäude zu erkunden und eine Route drumherum auszumachen! Wir wurden durch das Gebäude geführt und als Teil dieser Tour wurde uns das Spitzenschuh-Zimmer gezeigt - ein Bereich, den wir vorher bei unseren Vorbereitungen, gar nicht bedacht hatten! Sobald ich das Zimmer sah, wusste ich, dass ich dort shooten muss. Also wollte auch das in den Plan einbezogen werden.

 

 

In Sachen Beleuchtung wollten wir, dass die Aufnahmen hell und luftig aussehen. Das ist nicht immer möglich. Um also genau diese Stimmung zu erzeugen, habe ich mich für eine Kombination aus Profoto B1 and B10s entschieden. Weil wir draußen, sowohl drinnen als auch in einer ungewohnten Umgebung sein würden, wusste ich, dass wir mobil sein müssen. Genau hier kommen Profoto-Leuchten gut - sie sind batteriebetrieben, was bedeutet, dass ich sie quasi überall platzieren kann. Was wiederum bedeutet, dass man sich nicht um PAT-Tests oder die nächste Steckdose sorgen muss, das kann einen echt retten!

 

Am Set

 

Um 8 Uhr morgens war Treffpunkt in den Studios. Als wir ankamen haben wir Bethany direkt ins Makeup geschickt. Während sie geschminkt wurde, haben Mads und ich das Set ausgestattet und die Ausleuchtung für den ersten Look vorbereitet.

 

 

Sobald Bethanys Makeup saß, habe ich alle Mann über den Tagesablauf, das Kreative Konzept und die Kernthemen der Fotos gebrieft. Wenn man mit vielen Leuten am Set arbeitet, ist es wichtig, am Morgen alle gemeinsam zu briefen. So weiß jeder worauf du an dem Tag hin arbeitest und warum Entscheidungen, die du getroffen hast, getroffen wurden.

 

Assistentin Mads testet die Lichter, bevor Bethany am Set ankommt

 

Konzeptionell wollten wir die Story von Bethanys Tag erzählen, aber welches Gefühl sollten die Bilder ausstrahlen? Ich wollte das Bethany stark, überzeugend und selbstbewusst aussieht. Wichtig war jedoch, dass uns der Brückenschlag zwischen “fokussiert und happy” gelingt, da Freude einen großen Teil der Marke Move Dance ausmacht. In der Ballettfotografie werden TänzerInnen oft sehr ernst dargestellt (was häufig auch der Realität entspricht!), jedoch sind sie das nicht zu 100% der Zeit. Etliche Male, wenn ich mit TänzerInnen gearbeitet habe, musste ich sie bitten, nicht zu lachen, um den Shot zu bekommen, den ich mir vorstelle. Dieses Mal wollten wir jedoch auch solche Momente einfangen.

 

 

Zum Thema Posen hatte ich einige Ideen, die ich umgesetzt sehen wollte, angefangen bei dem Aufwärmen an der Barre.

 

 

Eine Sache, an die du dich gewöhnen musst, wenn du Tanzfotos schießt ist, dass du die TänzerInnen pushen musst. Mit solch einer hoch-kalibrigen Primaballerina zusammenzuarbeiten, kann ziemlich einschüchternd sein, aber TänzerInnen gedeihen an ihren Anweisungen. Wenn du dich als Mauerblümchen von deiner Nervosität übermannen lässt, bekommst du vielleicht nicht die Shots, die du brauchst. Als Fotograf ist so wichtig, darauf zu fokussieren, was du von dem Shooting erwartest, und selbstbewusst genug zu sein, um dem Objekt ins Auge zu sehen und zu sagen: “Okay, lass uns das nochmal mit mehr Energie machen!”.  

 

 

Wenn du eine Kampagne wie diese shootest, ist es am ALLERWICHTIGSTEN, dass die Shots posen-technisch absolut perfekt sind. Manchmal passiert es am Set, dass meine Assistenten oder der Makeup-Artist auf den Laptop schauen und sagen: “Das Foto ist großartig!”, die Choreografie oder die Pose jedoch nicht stimmen (weil der Künstler nicht gut genug in Szene zu sehen ist), dann fällt das Foto unter den Augen des Artistic Directors oder der Tänzerin selbst durch. Das ist der Erfolgsschlüssel zur Ballettfotografie - es ist egal, wie gut das Foto an sich ist, wenn die Pose nicht sitzt, kannst du es vergessen.

 

 

Nach dem Mittagessen waren die Lifestyle-Fotos sowie das Planen der Outdoor-Shoots, während der Regenpausen, dran!!

 

 

Das finale Set beendeten wir mit einem Shot von oben, der eine entspannende Bethany zeigt. Hier bin ich, wie ich die Szene demonstriere. 

 

8 Stunden und 1200 Shots später, hatten wir es geschafft. PUH.

 

POST-PRODUCTION

 

So, was passiert nun?

Wie bei jedem großen Projekt, gibt es viele Leute, die einen Input auf das Resultat haben, so war es auch in diesem Fall. Wenn es zum Zuschneiden der Fotos kommt, müssen der Kunde, der Künstler, das Unternehmen und die Outfit-Designer in Betracht gezogen werden, und ja, auch der Fotograf hat ein Mitspracherecht!

 

 

Geschossene Fotos insgesamt: 1256

Ausgewählte Fotos: 33

 

Nachdem Zuschneiden kommen wir zu dem nächsten Schritt: die Farbkorrektur. Hier sind einige Dinge zu beachten - was möchte Move Dance, was sieht gut aus, was passt konzeptionell zu der Story, die du erzählst. Klar, das Tanztrikot soll in Szene gesetzt werden, aber auch Bethany mit ihrem zeitlosen, klassischen Look. 

 

Aus diesem Grund, hab ich mich für eine klare, helle Farbstufe entschieden, aber mit einem Twist aus low-contrast Film Emulation versehen. Für mich kommen Tanz-Shots auf Film mit zeitloser Qualität, weshalb ich diese Art von Vibe in die Fotos bringen wollte.  

 

 

Auf die Farbkorrektur folgt das Retuschieren. In diesem Fall wollte Move Dance nur kleinere Retuschearbeiten, wie das Verschwindenlassen des Klebebandes auf dem Boden, Airbrushing fliegender Haare, diese Dinge eben.

 

 

Eine eher ungewöhnliche Sache war, dass wir uns für ein Composite entschieden haben. Normalerweise fotografiere ich solche Dinge lieber mit einer Kamera, was aber nicht so recht möglich war! Hier das Vorher-Bild:

 

 

Und hier das Nachher-Bild - zusätzliche Retusche durch Gary Woods.

 

 

Und erst dann, werden alle Fotos an Move Dance gesendet.

 

Was soll ich sagen, es war mir eine absolute Freude an diesem Projekt zu arbeiten! Angefangen von der Zusammenarbeit mit so einem talentierten Profi wie Beth, bis hin zu dem Team hinter der Kamera, war es ein echtes Vergnügen diese Kampagne zu formen. Du kannst mir auf Instagram und Twitter, folgen, checke auch meine Webseite drewforsyth.com aus. 

 

Mein finaler Dank geht an:

  •     Bethany Kingsley Garner - Tänzerin
  •     Madeleine Penfold - Assistentin
  •     Jenny Clayton - Haare & Makeup
  •     Tony, Chris und das Team des schottischen Balletts
  •     Lucy & und das ganze Team bei Move Dance
  •     Debbie McGregor für die Behind the Scenes-Fotos und das Video
  •     Gary Wood für die zusätzliche Retusche


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