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Was ist Karneval?

What is Karneval?

 

"Helau!"

"Alaaf!"

 Kölner Rosenmontag 2017

 

Die Ursprünge der 5. Jahreszeit gehen weit in das Mittelalter zurück, seitdem haben sich recht große regionale Unterschiede entwickelt. Mancherorts feiert man die Fastnacht, den Fasching oder eben Karneval. Gemein haben sie alle, dass man nochmal ordentlich auf die Pauken hauen darf, bevor der Aschermittwoch dem Treiben ein Ende setzt und die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern beginnt.

 

Der rheinische Karneval, um den es in diesem Artikel geht, vereint diese Ausgelassenheit mit der satirischen Verramschung der Obrigkeit. Ein Element, das ebenfalls aus dem Mittelalter herrührt und sich insbesondere an die Oberhäupter der katholischen Kirche und später auch an ausführende Kräfte, wie das Militär, richtet. So wird beispielsweise der Narrenorden anstelle eines Kriegsorden verliehen und Kanonen mit Kamelle und Konfetti befeuert.

 

Währrend die meisten Formen des Narrenfests traditionell am 6.01, dem Dreikönigsfest, beginnen, startet die rheinische Karnevalssession am 11. November um 11:11 Uhr. Bis die Session ihren Höhepunkt in den Tagen um Rosenmontag findet, werden zahlreiche Karnevalssitzungen gehalten. Karneval ist Segen und Fluch zugleich und popularisiert wie es sonst nur Fußball vermag, entweder ist man mit ganzer Seele dabei oder kann den Tumult bei Leibe nicht ertragen. Da die mittelalterliche Fastnacht und Fastenzeit sich ihrer Zeit an die katholische Kirche anlehnten, ist es nicht verwunderlich, dass Karnevalstraditionen auch heute noch in katholisch geprägten Regionen zuhause sind.

 

Wo wird Karneval gefeiert?

Der rheinländische Straßenkarneval wird mit der Weiberfastnacht, dem Donnerstag vor Rosenmontag, pünktlich um 11:11 Uhr eröffnet. Wie der Name schon vermuten lässt, ein Tag den die Damen für sich eingenommen haben, um ihre Unabhängigkeit demonstrativ zu zelebrieren und entsprechend allerlei Jeckes treiben. Zu den deutschen Karnevalshochburgen zählen Köln, Düsseldorf und Mainz. Ein echter Narr ist jedoch nichts ohne seinen Narrenruf, der wohl bekannteste und älteste kommt aus Köln. “Kölle Alaaf” stammt von “al-aff” ab, was frei übersetzt soviel wie “nichts geht über” bedeutet. Ein Motto dem sich übrigens auch Bonn, Leverkusen und Aachen verschrieben haben. Die Düsseldorfer, ihres Zeichens Erzfeinde der Kölner, begrüßen sich mit “Düsseldorf Helau”, wie auch die Mainzer und Koblenzer. Über die Wortherkunft von “Helau” scheiden sich jedoch die Geister, was die Kölner besonders freut.

 

In den 6 Tagen zwischen Weiberfastnacht und dem Aschermittwoch finden unzählige Veranstaltungen statt, man feiert die Feste wie sie fallen. Innenstädte werden von kunterbunt verkleideten Leuten bevölkert und ja, auch der Alkoholkonsum kommt nicht zu kurz. Fremde werden zu Freunden, es wird gemeinsam gesungen, geschunkelt und jede Menge Bützje verteilt. Eine ausgelassene Zeit, die am Aschermittwoch nicht selten mit Kopfweh endet. Gipfel der Veranstaltungen ist in vielen Gegenden der Rosenmontagsumzug, der jedes Jahr unter einem anderen Motto steht. Aufwendig designte Wagen, die meist aktuelle und politische Geschehnisse auf’s Korn nehmen, schieben sich durch die Innenstädte, gefolgt von marschierenden Mitgliedern der vielen traditionellen Karnevalsgesellschaften und Musikkapellen. Kamelle und Konfetti werden in die Zuschauermengen des Umzuges geworfen und lassen vor allem Kinderaugen leuchten, während immer wieder die Narrenrufe durch die Straßen hallen - Man muss es selbst erlebt haben!


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Was ist Gardetanzen?

 

Wo Karneval gefeiert wird, darf das Gardetanzen nicht fehlen. Es ist fester Bestandteil der Tradition und von dem Revuetanz aus den 1920er und 1930er Jahren inspiriert. Typischerweise lehnen sich die aufwendigen Outfits an die Uniformen des 17. und 19. Jahrhunderts an und dienen ebenfalls der Persiflage des Militärs. Ballett- und Akrobatik-Elemente sind wichtige Komponenten dieser Tanzdisziplin.

Unterschieden werden der Marschtanz einer ganzen Garde, der sich durch Synchronität und Präzision in der Gruppenformation auszeichnet, der Mariechen- & Paartanz, welcher viele Hebefiguren beinhaltet und das Showtanzen, bei dem es nicht allzu traditionell hergeht und Kreativität keine Grenzen kennt. Üblicherweise werden schillernde Verkleidungen und Bühnenrequisiten auf ein Motto zugeschnitten, wie die Showtanzgruppe Dacapo der Freien Turnerschaft 06 e.V. Dörnigheim eindrucksvoll beweist. (Siehe Foto)

Karneval TanzgruppeShowtanzgruppe Dacapo der Freien Turnerschaft 06 e.V. Dörnigheim

Foto von: Patrick Reymann - kinzig-lacht.de

Basis dieser fantastischen Kostüme ist unser Alegra Aspen Catsuit. 

 

In diesem Sinne ein dreifach donnerndes Helau & Alaaf!